Weinwissen für Anfänger

Es gibt so viele gute hervorragende Weingüter, Rebsorten und Winzer die Wert auf Qualität, statt auf Quantität legen. Aber wie findet man sich als „Anfänger“ in diesem großen Thema zurecht ?

Im Folgenden möchten wir mit ein paar Mythen aufräumen und Ihnen praktische Tipps an die Hand geben, so dass Sie künftig Ihren eigenen Weingeschmack entwickeln bzw. schärfen und sich in den Weinkarten souveräner zurechtfinden. All diese Fragen sind in vielen Weinseminaren und -verkostungen hier im Hotel Sonnenhof gestellt worden und von Rainer Müller beantwortet worden. Hier nochmal zum Nachlesen:

  • Wie viele  Rebsorten gibt es ?
  • Wie finde ich meinen Lieblingswein
  • Welche Weine gehören ins große Glas und welche in ein Kleineres ?
  • Ist Biowein besser als „normaler“
  • Warum bekommt man auf manche Weine Kopfweh?
  • Wie alt darf Weißwein werden
  • Warum wird Wein beim Verkoten geschlürft ?
  • Bei welcher Temperatur soll Wein gelagert werden 
  • Stimmt diese Regel noch ? Weißwein nur zu hellem Fleisch und Rotwein nur zu dunklem Fleisch?
  • Warum ist mancher Wein sehr teuer
  • Wieviel muss man für eine gute Flasche Wein ausgeben
  • Kann man im Supermarkt sehr guten Wein kaufen
  • Welche Weinvokabeln sind wichtig, damit der Sommelier weiß, was ich mag ?
  • Ist Weinstein ist ein schlechtes Zeichen beim Wein
  • Was ist schleichender KorkWelche
  • Temperatur soll Rotwein und Weißwein haben

Wie viele Rebsorten gibt es ?

Sehr viele. Manche sagen, es gibt 10.000 verschiedene. Dabei unterscheidet man in weltweite und autochtone Rebsorten.

Weltweite bzw. häufig vorkommende Rebsorten werden weltweit angebaut z.B.

  • Chardonnay
  • Cabernot Sauvignon
  • Sauvignon Blanc
  • Merlot
  • Tempranillo
  • Syrah (= Shiraz)
  • Grenache
  • Pinot Noir

Autochtone Rebsorten hingegen wachsen nur in einem bestimmten Gebiet oder Land wie etwa

  • Neuburger und Rotgipfler in Österreich oder
  • Listran nero in Teneriffa / Spanien oder
  • Melon de Bourgogne im Burgund /Frankreich

 

Wein aus Spanien

Gleiche Rebsorte - verschiedene Namen

Die gleichen Rebsorten heißen in den verschiedenen Ländern anders. Diese unvollständige Aufzählung hilft, sich in diesem Thema leichter zurecht zu finden:

Pinot Noir / Spätburgunder
Pinot Grigio / Grauburgunder / Pinot Gris
Pinto Bianco / Weißburgunder / Pinot Blanc
Blaufränkisch / Blauer Limberger / Lemberger
Grüner Veltliner / Weißgipfler / Grüner Muskateller
Syrah / Shiraz
u.v.m.

Wie finde ich meinen Lieblingswein ?

Vermutlich nur durch „Probieren“ und am Besten in der Vinothek oder bei Weinverkostungen und Weinseminaren. Denn durch die Beratung des Weinhändlers und des Sommeliers lernt man seinen Weingeschmack sehr schnell kennen. Der Vorteil einer Vinothek ist auch, dass mehrere Flaschen d.h. Rebsorten offen sind und man Sie so probieren können.

Gefällt Ihnen ein Wein, so probieren Sie doch mal verschiedene Jahrgänge der gleichen Rebsorte bzw. verschiedene Arten des "Ausbaus" d.h. im Holzfass gelagerte Weine oder ältere Jahrgänge.

Welche Begriffe sind wichtig, damit der Sommelier weiß, was ich mag ?

Folgende Weinvokabeln sollten Sie kennen und wissen, was Ihnen davon liegt. Dann können sie dem Sommelier oder in der Vinothek Ihren Geschmack schon ganz gut eingrenzen.

  • Trocken, halbtrocken, süß
  • Mit Holz oder ohne Holz
  • Kräftig oder leicht
  • Idealerweise kennen Sie Ihre bevorzugten Rebsorten schon

Welche Weine gehören ins große Glas ?

In einem großen, breiten Glas hat der Wein mehr Oberfläche und kommt so mit mehr Luft in Kontakt. Deshalb können sich die „eingeschlossenen“ Aromen besser entfalten. Deshalb werden bestimmte Weine auch öfters vorher dekantiert (d.h. von der Flasche in eine großbauchige Karaffe gegossen und über mehrere Stunden so belassen / belüftet).

Probieren Sie ruhig einmal 2 verschiedene Gläser für den gleichen Wein aus.

  1. Zuerst im kleinen Glas probieren,
  2. dann umkippen in ein großes Glas.

Gerade bei gehaltvollen Weinen, werden Sie hier einen sehr großen Unterschied feststellen! Das sind z.B. Weißweine Chardonnay aus dem Burgund, Weißweine die im Holzfass gelagert, also ausgebaut wurden. Weine mit hohem Alkoholgehalt (ab 14Vol%). Diese gehören immer in ein großes bauchiges Glas.

Bei den Rotweinen gehört Blauer Burgunder in ein Burgunderglas (große Oberfläche). Bordeaux oder Cuvees (das ist eine Mischung aus verschiedenen Rebsorten) werden in einem Bordeauxglas serviert. Dieses Glas ist auch groß, aber eher hoch und nicht sehr breit

In ein kleineres Glas gehören dagegen:

  • junge, spritzige Weißweine oder bei
  • den Rotweinen der Vernatsch, Trollinger

Welche Trinktemperatur bei Wein ist richtig ?

Generell werden Weißweine zu kalt getrunken und Rotweine tendenziell zu warm.

Die Empfehlung „Zimmertemperatur für Rotweine“ stammt aus einer Zeit, in der die Menschen bei ca. 18° Zimmertemperatur gelebt haben. Heute haben wir oft 20-25° in den Wohnräumen und das ist eindeutig zu warm.

Wir kühlen die Rotweine im Sommer oft, da sie am Tisch noch Temperatur dazu bekommen.

Unsere Empfehlung:

für junge leichte Weißweine 7-8° und

für gehaltvolle sind es ca. 10-13°

für Rotwein sollten es generell nicht über 18° sein

Ist Biowein besser als „normaler“, d.h. konventionell angebauter Wein?

Biowein ist bekömmlicher, da kaum geschwefelt wird und generell auf Pestizide und Herbizide verzichtet wird.

Eine neue Bewegung in der Weinszene sind die Naturalweine, die auf sehr natürliche und althergebrachte Art gemacht werden. Jedenfalls werden Sie es kaum schaffen, nach einer Flasche Naturalwein das berüchtigte „Kopfweh“ zu bekommen.

Bei Bioweinen gibt es auch verschiedene Zertifikate. Viele Weinbauern arbeiten aus Überzeugung bereits "bio", lassen sich aber nicht zertifizieren, da für sie der administrative Aufwand zu groß ist. Deswe

bekannte Bio-Siegel in der Weinszene

  • demeter
  • EU-Bio-Siegel
  • respekt
  • EcoVin
  • bioland

Auf der Weinkarte im Hotel Sonnenhof sind von den 850 Weinen & Champagner inzwischen 30% Bio

Wie lange kann man Weißwein lagern?

Kann man Weißwein der 8-10 Jahre alt ist, noch trinken ? Nun: Das kommt ganz darauf an...

Leichte, spritzige Weißweine sollten jünger getrunken werden, also innerhalb von 1-3 Jahren

Große Burgunderweine oder deutsche Rieslinge 1. Gewächs sollten überhaupt erst nach 4 Jahren geöffnet werden. Sie können ein sehr hohes Alter erreichen und können teilweise auch nach 50 Jahren noch getrunken werden.

 

Wie alt war der älteste Wein, den Sie jemals getrunken haben ?
Der war 113 Jahre alt.  

Das war ein Chenin Blanc von der Domaine Huet aus der Loire Jahrgang 1903. Weltweit gab es davon nur noch 3 Flaschen. Diese und weitere seltene Jahrgänge aus der Domaine Huet wurden zusammen mit einem phantastischen Menü serviert. Ein unvergesslicher Abend.

Warum schlürft man den Wein bei einer Verkostung ?

Damit auch im Mundraum noch Sauerstoff dazu kommt und der Wein mit der Luft „verwirbelt“ wird. Dadurch kommen noch mehr Nuancen im Wein hervor.

Bei den regelmäßigen Weinverkostungen bzw. -seminaren im Hotel Sonnenhof ist das auch immer wieder Thema. Viele schwenken auch das Glas.

Bei welcher Temperatur soll Wein gelagert werden

Die Lagertemeperatur sollte idealerweise zwischen 12-15° liegen. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass es keine großen bzw. häufigen Temperaturschwankungen gibt.

 

Weißwein nur zu hellem Fleisch & Fisch ?

Nein, das stimmt so nicht ganz. Ein trockener, kräftiger Rotwein passt natürlich perfekt zu dunklem Fleisch und wird eher in die Herbst- und Winterzeit getrunken. Aber ein kräftiger weißer Burgunder passt mindestens genauso gut dazu. Z.B. Chassange Montrachet in Kombination mit Lamm oder Ente mit Blaukraut ist perfekt. Wir lieben auch den Chardonnay Löwengang von Lageder zum Wiener Schnitzel.

Hingegen empfehlen wir unseren Gästen gerne einen leichten, jungen Pinot Noir (Blauer Burgunder) zu einem kräftigen Fischgericht wie z.B. gebratener Zander mit Sauerkraut und Kartoffelstampf.

Lesen Sie hier was die Hotelgäste im Sonnenhof heute kulinarisch erwartet.

ein leichter Pinot Noir ist ein schöner Begleiter zu gebratenem Fisch

Warum ist mancher Wein sehr teuer

Hier gibt es viele Gründe z.B.

  • weil es in manchen Gegenden wenig Menge gibt und die Nachfrage sehr hoch ist wie etwa im Burgund. Hier kostet ein qm Rebfläche viele Tausend Euro. Preise von über 1 Million Euro für einen Hektar Rebfläche sind keine Seltenheit.
  • Ein weiterer Grund ist, dass die Bearbeitung sehr beschwerlich und arbeitsintensiv ist wie z.B. an den Steillagen in der Mosel. Hier werden die Rebstöcke von Hand bearbeitet. Das ist körperlich anstrengend und sehr personalintensiv, da kaum Maschinen verwendet werden können und die Ernte z.B. von Hand erfolgt. Die Trauben werden dann in der Kiepe auf dem Rücken hinuter getragen. In anderen, flachen Gegenden kann der Winzer mit dem Vollernter, einer speziellen Erntemaschine diese Arbeitsgänge in einem Schritt erledigen. Auch der Schnitt und die Pflege der Rebfläche ist sehr viel einfacher und geht schneller.
  • Ein weiterer Punkt ist das Alter, je älter ein Wein ist, desto länger muss ihn der Winzer im Keller lagern. Das bedeutet aber auch, dass er in diesem Jahrgang zwar die Arbeit mit dem Wein hatte, aber den Ertrag, also den finanziellen Umsatz unter Umständen erst 10 Jahre später generieren kann. Wenn es dann insgesamt noch wenig Menge gibt und der Wein sehr gut ist, steigt der Preis.

Michael Stoffel mit einer Kiepe bei der Weinernte in einer Steillage an der Mosel

Solch steile Lagen - wie z.B. hier an der Mosel - sind besonders schwer und (personal)-aufwändig zu bearbeiten.

Wieviel muss man für eine gute Flasche Wein ausgeben ?

Das ist eine schwere Frage, da es sich hier ja auch um den persönlichen Geschmack handelt.

Generell kann man sagen, dass man Wein am Besten im Fachhandel kauft, d.h. in der Vinothek, denn hier gibt es die gute Beratung dazu und man kann den Wein u.U. vorher kosten. Das kommt vermutlich am Ende günstiger, denn man kennt den Wein schon und geht kein Risiko ein.

In Restaurants und Wirtshäusern wird unterschiedlich kalkuliert. Im Sonnenhof gibt es überall den gleichen Aufschlag - übrigens auch beim Champagner. D.h. die Weine sind insgesamt sehr günstig im Vergleich mit anderen Häusern. Allerdings gibt es im Sonnenhof auch keine Literware oder Tafelweine aus der 2-Liter-Botelle oder dem Kanister.

zur Sonnenhof Weinkarte

 

Kann man im Supermarkt sehr guten Wein kaufen ?

Es gibt sicher gut sortierte Supermärkte und wenn Sie Ihren Weingeschmack schon kennen, werden Sie hier sicher selbständig fündig.

Wir empfehlen jedoch den Fachhandel, da Sie hier die Beratung haben, Sie kosten können und somit schon im Vorhinein das Risiko eines Fehlkaufs minimieren. Außerdem unterstützen Sie in der Regel einen Familienbetrieb, der seine Steuern vor Ort zahlt. Außerdem gibt es regelmäßig Events wie Weinverkostungen etc.

Ein Hoch auf die Qualität und Vielfalt: Im Supermarkt finden Sie Weine die tendenziell jedes Jahr gleich schmecken. Das ist für den Kunden angenehm, der bei seinem "Etikett" bleiben kann. Andererseits ist Wein ein Lebensmittel, das von Sonne, Regen dem Boden und den sich verändernden Bediungen etc. abhängt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Weine im Supermarkt vom Winzer jedes Jahr geschmacklich "gleich gemacht" werden und das geht nur mit dem Einsatz von Hilfsmitteln..... die zwar erlaubt sind, aber den Wein als solches nicht  gerecht werden.

Auch im Sonnenhof gibt es viele offene Weine - meist sind es um die 15 offene Champagner, Weißweine, Roséweine und Rotweine die wir offen ausschenken. Dazu kommen noch etwas 16 Weine die wir mittels Coravin ausschenken. Das ist ein System/eine Vorrichtung mit der man Wein aus einer verkorkten Flasche entnimmt. Gleichzeitig wird der entstandene Hohlraum mit Gas aufgefüllt. So bleibt der Wein in der Flasche unverändert und man kann nach Wochen wieder ein Glas entnehmen. So haben wir die Möglichkeit auch sehr teure Weine glasweise auszuschenken.

 

Bestes Essen

Die idealen Begleiter für guten Wein sind nette Menschen und bestes Essen...

Gänseleber Creme bruleé mit Brioche

Zucciniröllchen mit Frischkäsefülle auf Tomatensugo

Tomatentatar mit Taggiascaoliven und Macadamianüssen